Offener Brief - 05.02.2021 - Umweltausschuss

Coesfeld For Future • 6 Februar 2021

Liebe Mitglieder:innen des Umweltausschusses,

mit großer Vorfreude haben wir, einige Vertreter:innen der Klimaschutzbewegung Coesfeld for future, an der Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Coesfeld teilgenommen. Schließlich hatten wir einen Bürgerantrag in den Rat eingebracht, dass die Stadt Coesfeld sich an der Städtechallenge „Wattbewerb Faktor2“ beteiligen möge. Mit der Teilnahme am „Wattbewerb“ soll die Kapazität der Solaranlagen auf den Dächern der Coesfelder Gebäude möglichst verdoppelt und so die Energiewende lokal weiter vorangetrieben werden. Bis auf die 5 Enthaltungen der CDU-Fraktion wurde unserem Antrag mit großer Mehrheit zugestimmt. Wir freuen uns sehr darüber und möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für dieses wichtige und richtige Zeichen bedanken.

Mit großer Bestürzung mussten wir jedoch im weiteren Verlauf der Sitzung beobachten, wie irritierend über einen Antrag der Grünen, eine zweite Stelle im Bereich Klima- und Umweltschutz einzurichten, diskutiert worden ist. Obwohl sich die Verwaltung und auch die Klimaschutzmanagerin Julika Fritz eindeutig für die Schaffung einer solchen Stelle aussprachen, gaben Coesfelder Ratsmitglieder, die sich doch eigentlich in diesem Ausschuss engagieren, weil sie sich für die Umwelt stark machen wollen, Äußerungen von sich wie „Coesfeld macht doch schon so viel.“ oder „Frau Fritz soll sich erstmal in Ruhe einarbeiten.“ oder „Wir warten erstmal ab.“ Mit der Verabschiedung des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes hat der Rat im November 2018 einem umfangreichen Maßnahmenkatalog zugestimmt, der von ihr als Klimaschutzmanagerin initiiert und koordiniert werden soll. In der gestrigen Sitzung waren sich alle Ratsmitglieder einig, dass zukünftig noch viele zusätzliche Klimaschutz-Projekte angestoßen werden müssten. Wer soll das alles leisten? Eine negative Entscheidung hier ginge also absolut zu Lasten der Projektideen im Umwelt - und Klimaschutzbereich.

Wir könnten natürlich den Klimawandel bitten, er möge etwas langsamer über uns hereinbrechen, denn wir bräuchten noch Zeit zu entscheiden, was wirklich wichtig ist. Aus der Sitzung mussten wir leider mit dem Gefühl gehen, dass es hier einige Menschen gibt, die noch immer nicht verstanden haben, dass uns keine Zeit mehr bleibt, weil wir die Kipp-Punkte nicht überschreiten dürfen. Der Klimawandel ist schon jetzt deutlich zu spüren, auch in Coesfeld. Die Corona-Pandemie ist eine Katastrophe, keine Frage ... der Klimawandel ist die noch viel größere Katastrophe ... da ist sich die Wissenschaft einig. Und der Umweltausschuss ist nicht einmal bereit eine weitere Stelle in den Klimaschutz in Coesfeld zu investieren?

Liebe Ratsmitglieder, wenn Sie wirklich ernsthaften Klimaschutz betreiben wollen, dann müssen Sie dem Klimaschutzmanagement in Coesfeld auch peoplepower geben. Lassen Sie uns ein gutes starkes Team für Coesfeld aufstellen! Glauben Sie der Verwaltung, dass ein Mehr an Arbeit zum Engpass führt und damit ein Vorankommen verhindert. „In Ruhe abwarten“ ist die Garantie für „Zu spät“. Jetzt sinnvoll, strategisch und mit Mut nach vorne gehen - das wünschen wir uns von unseren Vertreter:innen in den Ausschüssen und im Rat unserer Stadt.

Ihre Coesfeld For Future

 

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In einem früheren Beitrag hatten wir geschrieben, dass wir irritiert aus der Ratssitzung gegangen sind. Dabei handelte es sich allerdings um die Sitzung des Umweltausschusses. Wir bitten dies zu entschuldigen.