Coesfeld for Future im Austausch mit den Stadtwerken

Coesfeld For Future • 12 Februar 2021

Coesfeld for Future im Austausch mit den Stadtwerken

 

Nachdem Coesfeld for Future im Januar ganz auf das Thema erneuerbare Energien forciert war, freute sich die Gruppe auf ein Gespräch mit Ron Keßeler (Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Coesfeld) und Vera Dolle (Bereichsleiterin Personal & Service). Einig waren sich alle neun Teilnehmenden, dass Coesfeld sich hier nur gemeinsam mit allen Bürger:innen auf den Weg machen kann, um die Energiewende zu meistern. Themengebiete waren das Vertriebsportfolio mit dem neuen RegioStrom, der aktuelle und zukünftige Strommix und die Windkraftanlagen im Letter Bruch. Außerdem wurde über den anstehende „Wattbewerb“ gesprochen, den Coesfeld for Future als Bürgerantrag in den Rat eingebracht hatte.

Die Gruppe stellte erneut die Frage nach der Zertifizierung des Stroms aus dem Letter Bruch und warum das Ökolabel „Grüner Strom“, welches von führenden Umweltverbänden empfohlen wird, nicht angestrebt wurde. „Wir haben uns gegen diese Zertifizierung entschieden, um das Geld nicht in Projekte irgendwo auf der Welt, sondern ganz konkret in Coesfeld zu investieren. Dabei ist die Höhe unseres Engagements um ein Vielfaches höher als das, was das Label fordern würde“, so Ron Keßeler. Auch das Thema Stromkosten für den Verbraucher interessierte die Umweltbewegung, deren aktives Planungsteam 15 Personen umfasst. Als Verbraucher nähme man an, dass regenerativer Strom aus einer lokal angesiedelten Windparkanlage eigentlich kostengünstiger sein müsste. Der energiewirtschaftliche Rahmen gäbe dies nicht her, dass der erzeugte Strom im Letter Bruch günstiger produziert werden kann. So ist es vergleichbar zu Lebensmitteln aus regionaler, ökologischer Landwirtschaft, deren Kostenbasis auch höher liegt und somit keinen Discounterpreis ermöglichen. Zur Frage nach dem Standardtarif „Ökostrom“ für die Zukunft führten der Geschäftsführer und die Bereichsleiterin Personal & Services  aus, dass die Stadtwerke die Kunden bewusst zur Umstellung auf klimafreundliche Energieerzeugung anregen wollen. „Wir haben den RegioStrom bereits an erste Stelle gestellt, um die Aufmerksamkeit hierauf zu lenken.“, so Vera Dolle.

Beim Thema „Wattbewerb“ sicherten Keßeler und Dolle volle Unterstützung zu. Die Stadtwerke agieren bei solchen Themen immer im Hintergrund, was oftmals nicht sichtbar für die Coesfelder Gesellschaft sei. „Wir sehen uns als Enabler/Möglichmacher in solchen Situationen“, ergänzte der Geschäftsführer. Auf die Frage, ob die Netze für den steigenden Bedarf überhaupt ausgelegt sind, versicherte Ron Keßeler, dass die Stadtwerke vorbereitet seien. „Wir haben sehr gute Voraussetzungen hier in Coesfeld geschaffen.“, sagte er der Gruppe. Als Anregungen nahmen die Stadtwerke noch die Idee mit, PV-Balkonanlagen zu unterstützen und den Prozess der PV-Anlagen Anmeldung auf ihrer Webseite zu vereinfachen.