CFF hilft im Ahrtal

Coesfeld For Future • 20 Juli 2021

Coesfeld for Future hat eine Spendenaktion für ein Neubaugebiet in Heppingen ins Leben gerufen. Die Nachbarschaft ist sehr stark von der Naturkatastrophe betroffen. Unser Mitstreiter Jens hat einen persönlichen Kontakt in die Nachbarschaft und ist mit einer Gruppe von Helfer:innen aufgebrochen, um vor Ort die Menschen zu unterstützen. Helft uns zu helfen!

Wie konnte diese Katastrophe geschehen?

Häuser, die von den Fluten mitgerissen wurden, Berge von Abfall und kaputten Möbeln auf den matschigen Straßen, Soldaten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte in den kleinsten Dörfern, Hubschrauber, die aus der Luft nach Verletzten und Toten suchen. Das alles gehört seit Mitte vergangener Woche zum Alltag der Menschen im Ahrtal. Und doch ist es nach wie vor schwer auszuhalten.

Bereits seit vielen vielen Jahren warnen Wissenschaftler:innen vor solchen Katastrophen, auch wenn das Ausmaß dieser aktuellen Katastrophe alles in den Schatten stellt. Und gerade dies ist das Erschreckende: Wenn die Prognosen der Wissenschaftler nicht so dramatisch waren - was wird die Realität dann noch für uns bereit haben?! Auch wir haben in einem Beitrag erklärt, wie eine Erderwärmung zu einer Verhaltensänderung der Wetterlage kommen kann (Leseempfehlung: +1,5 Grad in Coesfeld

Wie stark war die Flut vom 15. Juli im Vergleich?

Die Flut stellt alles bisher Gewesene in den Schatten, auch die Hochwasserkatastrophe von 1910. Konkret begann sie mit einem Starkregen in der Gegend von Adenau, also in der Nähe des Nürburgrings. Am 14. Juli fielen 120 Millimeter und Quadratmeter, während es zum Beispiel in Bonn deutlich weniger war. Die Wasserstände sind dann extrem schnell angestiegen. Der Pegel bei Altenahr lag am 13.7. um 23 Uhr noch normal bei 70 Zentimeter. Am 14.7. stieg er bis 13 Uhr schon auf 105 Zentimeter, um 19 Uhr auf 242 Zentimeter. Am 15.7. zwischen drei und vier Uhr nachts wurden dann 574 Zentimeter gemessen. 

Ich will helfen - was kann ich tun?

Coesfeld for Future hat ein Paypal Spendenpool eingerichtet. 

Wenn du Probleme mit der Überweisung hast, dann schick uns bitte eine E-Mail.

Solltest du bereit sein, uns auch körperlich zu unterstützen und nach Heppingen fahren wollen, dann melde dich einfach unter coesfeld@parentsforfuture.de. Wir müssen dich darauf hinweisen, dass dies eine private Aktion ist. Uns ist bewusst, dass normalerweise die offiziellen Stellen die Aktionen organisieren. Wir aber haben einen direkten Kontakt, schließen uns einer Nachbarschaftshilfe an und haben uns aus diesem Grund für diese Aktion entschieden. 

Wie komme ich nach Heppingen und wie ist meine eigene Versorgung?

Wir bieten dir somit an, dass du unsere Mitfahrgelegenheiten nutzt, um gut in die Krisenregion zu kommen. In den Krisengebieten gibt sogenannte Helfer-Shuttles vor den Krisengebieten. Diese sollen vermeiden, dass zu viele geparkte Autos in den Gebieten sind und somit kann gewährleistet werden, dass Rettungskräfte nicht in ihrer Arbeit behindert werden. 

Im Neubaugebiet gibt es mittlerweile eine gute Möglichkeit, sein Zelt aufzuschlagen und auch notfalls mit EINEM Auto hier direkt vorzufahren. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über Ebay Kleinanzeigen, sich ganz unkompliziert eine Unterkunft zu organisieren. Da gibt es auch Helferangebote, die in den nahegelegenden Orten liegen. 

Die Versorgung ist aktuell wieder einigermaßen gut. Die Strom- und Wasserversorgung ist teilweise intakt. Die Gastronomiebetriebe und auch freiwillige Helfer:innen versorgen die Gruppe mit Essen. Dies geschieht mithilfe von Bauchläden oder Bollerwagen. Nichtsdestotrotz bringen wir unsere eigenen Lebensmittel mit, um uns selbst zu versorgen.

Wie lange werdet ihr vor Ort sein?

Wir sind mittlerweile eine Gruppe von mehr als 20 Helfer:innen, die immer mal wieder und nicht alle gemeinsam nach Heppingen fahren. Unser Wunsch ist es, in den nächsten Wochen, wenn nicht sogar Monaten, immer wieder dort hinzufahren und mit anzupacken. Dabei ist es vollkommen egal, ob du 1,3 oder 5 Tage vor Ort bleiben kannst. Jede Unterstützung ist hier willkommen! Manche können (Sonder-)Urlaub nutzen oder fahren an den Wochenenden hin.

Wie geht es den Helfer:innen aktuell vor Ort?

Es geht allen gut. Die Eindrücke sind schwer in Worte zu fassen. Bilder unseres Einsatzes findest du auf unserem Instagramkanal @Coesfeldforfuture.

Ich will helfen, aber nicht mit Coesfeld for Future in Verbindung gebracht werden. Geht das?

JA. Dies ist eine Naturkatastrophe. Da sollte es zweitrangig sein, welcher politischen oder ethischen Gesinnung du angehörst. Wir möchten ein Helfernetzwerk sein. Eine Vermittlungsstation aus Coesfeld nach Heppingen. Bitte melde dich also auch dann, wenn du nicht direkt mit uns in Verbindung gebracht wirst und nutze unsere vorhandenen Strukturen. Wir werden weitgehend versuchen, nur unsere Leute in Bild & Ton festzuhalten. Dies ist im Übrigen auch der Grund, warum wir uns bei unserem Bildmaterial auf Instagram auf das Geschehnis und nicht auf die Menschen konzentrieren. Wir tun dies aus Respekt vor den Opfern.

Kann ich euch auch Sachspenden mitgeben?

Aktuell benötigt die Region peoplepower. Der Schlamm sitzt immer noch tief in den Häusern drin. Wir halten dich auf Instagram auf dem Laufenden, sollten wir in die Phase kommen, dass wir die Menschen mit Sachspenden versorgen möchten. Was immer gebraucht wird, sind Stromgeneratoren, Pumpen & Co. Solltest du hier etwas abgeben können, melde dich bitte unter coesfeld@parentsforfuture.de. Für alle anderen Sachspenden kannst du dich gerne an das DRK Coesfeld wenden.

Was muss passieren, damit das nicht noch einmal passiert?

Es ist jetzt wichtig, dass wir vor Ort helfen. Egal ob mit persönlichen Einsatz oder mit einer Spende. Trotzdem müssen hier einmal ganz deutlich machen: Das wird noch einmal passieren! Die Klimakrise ist nicht mehr zu übersehen. Unsere Mutter Erde ist krank .

Wann begreifen wir endlich, dass wir unsere Erde schützen müssen? Klimaschutz ist Menschenschutz!

Wir brauchen also mehr, um aus dieser Situation wieder herauszufinden. Wir müssen globaler denken und erkennen, dass wir jetzt ALLES daran setzen müssen, dass diese Katastrophen und schlimmere nicht zu unserem Lebensalltag werden. Es ist für die Wissenschaftler:innen unumstritten, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Wetterextremen und der Klimakrise gibt.

Noch haben wir die Möglichkeit, die Intensität dieser Katastrophen etwas abzumildern. Mit der drastischen Reduzierung unserer CO2-Emissionen. Dazu wird es nötig sein, wirklich ALLES auf den Prüfstand zu stellen, um weiteren solchen Katastrophen vorzubeugen. Es darf kein "Weiter so" mehr geben. Nicht Politisch. Nicht im Privaten.

#KlimaschutzistMenschenrecht #GemeinsamsindwirViele #Heppingen

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Quellenangaben:

https://www.riffreporter.de/de/umwelt/hochwasser-ueberschwemmung-ahr-ta…

https://www.tagesschau.de/inland/aufraeumen-ahrtal-insul-101.html