2021.06.19 Donaumooskolumne 5 - Herr der Gase

Joachim W • 11 Juli 2021
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Donaumooskolumne 5

Moore – unterschätzt beim Klimaschutz

Mit einem Kommentar aus dem Haus im Moos - Steffi Klatt & Matthias Müller:

Moore sind spannende Orte, um chemische Prozesse zu beobachten. Bei der Photosynthese nehmen Pflanzen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und bauen aus dem enthaltenen Kohlenstoff Blätter, Blüten und sonstiges Pflanzenmaterial. Stirbt die Pflanze ab, wird sie von Bodenlebewesen zersetzt und aus dem Kohlenstoff wird wieder CO2. Bodenlebewesen brauchen allerdings wie wir Sauerstoff, der im wassergesättigten Moorboden Mangelware ist. Die abgestorbenen Moose und andere Moorpflanzen werden darum kaum abgebaut, der Kohlenstoff aus den Pflanzenresten wird gespeichert und kann nicht als CO2 entweichen. Moore sind gigantische CO2-Speicher. Darum sind sie so wichtig für den Klimaschutz. Durch die Entwässerung der Moore kommt nun Sauerstoff in den Boden und jahrtausendealte Biomasse geht sprichwörtlich in Luft auf. Rund 400.000 Tonnen CO2 werden so allein im Donaumoos pro Jahr freigesetzt. Das entspricht dem Ausstoß einer mittleren Kleinstadt. Weltweit sind es sogar 2 Milliarden Tonnen, das ist dreimal mehr als durch den internationalen Flugverkehr. Der Klimawandel beschleunigt die Entwässerung durch fehlenden Niederschlag - ein Teufelskreis. Die Dimension der Emissionen macht schnell klar: Moorschutz ist Klimaschutz.


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