Öffentliche Begehung des Ebersdorfer Wald

P4F Chemnitz • 19 August 2020
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Auf Initiative des Umweltzentrums fand heute (20.08.2020) eine öffentliche Begehung des Ebersdorfer Waldes statt. Geführt wurde diese von einer Mitarbeiterin sowie dem Förster (Revierleiter) der Abteilung Grünanlagenunterhaltung und Forst des Grünflächenamtes der Stadt Chemnitz. Einen Einblick in den Zustand des kommunalen Waldes aus Expertensicht wollten wir – Parents for Future – uns nicht entgehen lassen.

Der gesamte Chemnitzer Kommunalwald umfasst eine Fläche von ca. 1500 Hektar. Er wird nach den Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC) bewirtschaftet und ist entsprechend zertifiziert. Seit 2002 stellen jährlichen Audits die Einhaltung von 70 Kriterien zur nachhaltigen Forstwirtschaft sicher. Eine wichtige aber auch kräftezehrende Aufgabe für das Grünflächenamt.

Der Ebersdorfer Wald selbst wirkt mit seinen vielen älteren Laubbäumen recht vital. Gleichzeitig machte der Förster des Grünflächenamtes klar: große Flächen des Chemnitzer Kommunalwaldes sind von der anhaltenden Trockenheit stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Besonders die Fichtenbestände weisen durch den Borkenkäferbefall einem sehr schlechten Zustand auf. Aber auch viele Laubbäume können dem ausbleibenden Niederschlag nicht standhalten und verkümmern. Uns wird bestätigt: Der Klimanotstand ist auch in den Chemnitzer Wäldern bereits Realität. Massive Maßnahmen zum Auf- und Umbau des Waldes sind nötig, um ihn unter Einwirkung des vorhandenen Klimawandels als diesen dauerhaft zu erhalten. Dafür fehlen jedoch an vielen Stellen Geld und Personal!

Die strittige Fällung der knapp 100 dickstämmigen Laubbäume neben dem Zaun des Geländes der Bereitschaftspolizei wurde ebenfalls diskutiert. Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat hier rechtlich begründbare Verpflichtungen seitens der Stadt Chemnitz durchgesetzt (u.a. Nachbar Pflicht, Verkehrssicherheitspflicht, Vermeidung von „Übersteighilfen“). Das erscheint plausibel, angesichts des aktuellen Waldsterbens jedoch keinesfalls zeitgemäß.

Trauriger Rest eines der knapp 100 gefällten stattlichen Laubbäume im Ebersdorfer Wald