Dota: Keine Zeit

Annette Twenning
Annette Twenning • 15 April 2020
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Keine Zeit

 

Hier stehen wir, 

vor uns die Wüste, um uns der Wohlstand, hinter uns 

Jahre vertaner Zeit und fehlender Taten, 

Jahre des Zögerns, man kannte die Fakten und war nicht bereit, 

aber jetzt können wir nicht mehr warten. 

 

Keine Zeit für die Leugner und Fatalisten, 

für die Bequemen und die, die so tun als ob sie es nicht schon seit Jahren wüssten, 

für die, die streikende Schüler als unvernünftig verlachen. 

Einzig unvernünftig ist es doch, jetzt einfach so weiter zu machen. 

 

Hier stehen wir, 

mit dem Kummer und mit der Wut 

über sterbende Arten und Meere voll Müll und der Angst vor der kommenden Flut. 

Ein begrenzter Planet und unendliches Wachstum, 

dass das nicht geht, ist doch trivial. Jetzt Verzicht oder später Vernichtung, 

ist das echt eine schwierige Wahl? 

 

Keine Zeit für die Leugner und Fatalisten, 

für die Bequemen und die, die sich nicht interessieren, 

obwohl sie es eigentlich müssten, 

für die, die Protest unter Aussichtslos verbuchen. 

Wirklich aussichtslos wäre es nur, wenn wir es nicht versuchen. 

 

Hier stehen wir wie die Maus vor dem Mähdrescher und harren aus, dass es uns überrollt. 

Die Maschine ist gierig nach Wachstum, keiner lenkt, keiner hat’s so gewollt. 

Sie läuft wie von selbst und so effektiv und weil kaum einer gerne verzichtet, 

läuft die Maschine halt weiter, 

die alles verwertet und alles vernichtet. 

 

„Wir haben keine Wahl!“ 

„Wir haben keine Wahl!“ 

sagen die Mäuse und graben sich ein – wenn sie rauskommen ist alles staubig und kahl. 

 

Der Planet kann uns alle ernähren, 

doch er darf niemand gehören. 

Ich weiß, Geld kann nicht alles, 

aber mit Geld kann man alles zerstören. 

 

Keine Zeit für die Leugner und Fatalisten, 

für die, die sich nur für Profit interessieren, 

obwohl sie es eigentlich besser wüssten. 

Die Schüler gehen auch für euch auf die Straße, weil es jeden angeht, 

auch für die Faulen und die Ignoranten, ja es ist auch deren Planet. 

 

Hier stehe ich, 

ich schaue mich um, ich bin nicht allein, davon bin ich erleichtert, 

und ich weiß, leicht wird es sicher nicht sein. 

Aber wer, wenn nicht wir? 

Und wenn jetzt nicht, wann dann? 

Jetzt ist Schadensbegrenzung noch möglich, 

doch dafür muss sich sehr vieles ändern 

und jetzt fängt es an!