AG Sonnenstrom

Gelnhausen • 27 Dezember 2019

Die AG Sonnenstrom grüßt von der Eröffnung des Info-Schaufensters

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Gelnhausen nimmt teil !        https://wattbewerb.de/

 

Beratung zu Balkonkraftwerken - Email an: Balkonkraftwerke-p4f-gn@email.de

 

Der Weg zur eigenen Photovoltaikanlage

• für eingespeisten Strom bekommt man derzeit etwa 7 Cent/kWh, Strom vom Stromanbieter kostet etwa 30 Cent/kWh, es macht Sinn, möglichst viel vom selbst produzierten Strom selbst zu nutzen
• die 7 Cent/kWh sinken jeden Monat um ca. 0,1 Cent/kWh, mit Vertragsabschluss beim örtlichen Stromanbieter wird der dann geltende Preis für 20 Jahre festgeschrieben
• tagsüber, wenn Strom produziert wird, braucht ein Durchschnittshaushalt weniger Strom als morgens und abends, eine Batterie (Speicher) kann daher sinnvoll sein
• trotz Batterie muss man Strom zukaufen, völlig autark zu sein ist unrealistisch
• bei genügend Platz besser in eine größere Anlage mit mehr Modulen investieren als in einen derzeit noch recht teuren Speicher
• zur Stromerzeugung sind Dachneigungen von 38 Grad in Südausrichtung optimal, wirtschaftlich ist meist auch eine reine Ostausrichtung oder eine kombinierte Ost- und Westausrichtung, vereinzelt sogar eine Nordausrichtung
• ein Hausdach trägt in der Regel problemlos das Gewicht einer PV-Anlage, ein Modul wiegt ca. 20 kg, PV-Anlagen werden auch auf Garagen und Carports montiert
• bei Neubauten können PV-Module direkt in die Dachziegel integriert werden
• PV-Module gibt es auch in transparent und können auf Glasdach oder Wintergarten installiert werden
• beim Fachwerkhaus und wenig stabilen Dächern einen Statiker einschalten
• beim denkmalgeschützten Haus das Denkmalamt einschalten
• für kleine PV-Anlagen ist meist keine Baugenehmigung notwendig

• zu einer PV-Anlage gehören:

! PV-Module
! ein Wechselrichter, der den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt
! eine Verkabelung zum Stromkasten
! ein Zweirichtungszähler im Stromkasten
! ggf. ein Speicher oder eine Wallbox (fürs E-Auto)
! per Internetanschluss kann der erzeugte Strom auf einer App angezeigt werden

• PV-Module gibt es in unterschiedlicher Qualität, die Teureren sind effektiver in der Stromerzeugung
• keine Reinigung der Module notwendig, evtl. bei einer Neigung unter 15 Grad
• Module können waagerecht und senkrecht montiert werden
• Größe eines PV-Moduls: ca. 1 m breit und ca. 1,65 - 1,75 m lang

Finanzielles

• ein Modul produziert eine Leistung von ca. 300 – 380 Watt
• für 1 kWp (Spitzenleistung) benötigt man etwa 6 qm Fläche
• PV-Anlagen kann man auch mieten, z.B bei den Kreiswerken Main-Kinzig (Programm Sonnendach), beim Mieten sind alle Zusatzkosten wie Aufbau, Wartung usw. inklusive
• die KfW-Bank fördert bei bestimmten Voraussetzungen PV-Anlagen, zu Fördermöglichkeiten sollten sich Anbieter von PV-Anlagen auskennen
• PV-Anlage bitte versichern, bei einigen  Gebäude- versicherungen bereits inklusive
• bei Montage auf dem Hausdach: Kosten für Gerüst einplanen
• bei zu wenig Platz kommt Mini-Anlage mit 2 Modulen in Frage = „Balkonkraftwerk“

Organisatorisches

• Wer Strom ins öffentliche Netz einspeist, wird Unternehmer. Eine Gewerbeanmeldung ist erst für Anlagen größer als 10 kWp erforderlich.
• Wer Strom einspeist, muss die Umsatzsteuer ans
Finanzamt abführen. Dazu macht man jährlich (im 1. Jahr pro Quartal) eine Vorsteueranmeldung. Man erhält im Gegenzug die Umsatzsteuer der Investitionskosten zurück.
• Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt, erhält vom Stromanbieter keine Umsatzsteuer, kann aber auch keine Investitionskosten geltend machen.

Die einzelnen Schritte

1. sich informieren:
! z.B. auf www.gelnhausen.de
! im Solar-Kataster Hessen gibt es auch einen Wirtschaftlichkeitsrechner
! Beratungsangebote nutzen
2. immer mehrere Anbieter anfragen, die Preise
variieren durchaus, ein seriöses Angebot sollte
eine Wirtschaftlichkeitsberechnung enthalten
3. Finanzierung klären, Anbieter auswählen und
beauftragen, die Anmeldung und Korrespondenz
zum örtlichen Energieversorger sollte der Anbieter übernehmen, Lieferfristen von
3 Monaten und mehr einplanen
4. Versicherung abschließen
5. Anmeldung beim Finanzamt
6. Anmeldung bei der Bundesnetzagentur
7. die Inbetriebnahme erfolgt durch den PV-Anbieter und die EAM
(Stromnetzanbieter im MKK), oft ein paar Wochen nach der Montage

Beispiele Balkonkraftwerke

 

Mein kleines Stück Nachhaltigkeit

Private Energie-Erzeugung auf Bastler-Niveau

Schilling

Ich habe ein Gartenhaus. Das Gartenhaus hat ein Satteldach. Das ist ein Dach, wie Kinder es malen, wenn sie ein Haus malen. Mein Wohnhaus verbraucht ständig und immer Energie: der Kühlschrank läuft, die Lüftung läuft, das Flurlicht brennt, diverse Akkus laden. Das alles nennt man „Grundlast“. Das ist so etwas Ähnliches wie beim Körper die Aufrechterhaltung der „Vitalfunktionen“, also die Energie, die es braucht noch vor aller Arbeit, allen Leistungen, um uns am Leben zu erhalten. Die energetische „Grundlast“ meines Hauses kann ich mit einer neuen Solar-Anlage zu einem guten Teil abdecken. Dazu habe ich mir ein sogenanntes „Balkon-Kraftwerk“ gekauft. Beraten wurde ich dabei von Gerhard MüllerWaldheim, der (als Mitglied von „parents for future Gelnhausen“) inzwischen in Gelnhausen Interessierte berät und das mit klarer Autorisierung durch Bürgermeister Glöckner.

Eines späten Vormittags im Dezember lud der Spediteur zwei riesige aber leichte Pakte ab und ein kleineres. In den großen Paketen steckten die Solarmodule. Das sind halbschultafelgroße, flächige Bauteile, in denen später die Sonne in Strom verwandelt wird. Im kleinen Paket war das Zubehör: Halterungen, Kabel, Anschlüsse. Nun hatte ich die Teile, die eigene Bastel-Erfahrung und war gespannt. Ach ja: unter den Teilen befand sich ein Stromzähler, denn ich wollte wissen, wieviel Strom ich erzeugen würde – die Neugier halt!

Sobald es das Wetter zulässt, werde ich sie auf dem Dach montieren, nach der Endmontage nochmal einen kompetenten Freund drüberschauen lassen, ob auch alles richtig angeschlossen ist und dann kann der Strom fließen. Der Anschluss ans Hausnetz ist vergleichbar dem Vorgang, einen handelsüblichen Stecker in eine handelsübliche Steckdose zu stecken. Und eine Steckdose besitzt mein Gartenhaus und eine Zuleitung zum Wohnhaus. 

Man darf als Privatmann nur maximal 600 Watt erzeugen. Genau das schaffen auch meine beiden Module: da hat sich die Industrie auf die Bestimmungen eingestellt. Die Anlage muss beim örtlichen Netzbetreiber (für unsere Region sind das die „Kreiswerke Main-Kinzig“) und bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Genehmigungspflichtig sind sie nicht. Weil das trotzdem Formularkram ist, übernimmt mein Verkäufer (und andere vermutlich auch) das für mich kostenlos. 

Und weil die erzeugte Spannung (über einen Wechselrichter ans Netz gebracht) geringfügig höher ist als 220-230 Volt „verdrängt“ mein Strom den Strom aus dem

Netz und wird als erster verbraucht: vom Kühlschrank, von der Lüftung, vom

Staubsauger, vom Laptop und was eben so anfällt. Solange steht dann mein Stromzähler still oder dreht sich langsamer. Und wenn ich mehr erzeuge als ich verbrauche: dreht sich dann der Stromzähler rückwärts? Früher tatsächlich. Aktuell wird überschüssiger Storm nicht mehr vergütet, aber natürlich im Netz verbraucht. Geld verdienen lässt sich also mit solchen Kraftwerken nicht. Aber es lassen sich Stromkosten sparen, weil man erst einmal den selbst erzeugten Strom verbraucht und erst dann den aus dem Netz. Und das ist, wenn man so will, auch eine Form von Verdienst in Euro und Cent. 

Tatsächlich machen sich solche Kraftwerke bezahlt, sie „amortisieren sich“ sagt der Fachmann nach etwa 4-6 Jahren bei einer Lebensdauer von20 Jahren. Mein „Spaß“ hat mich knapp 1.000,- Euro gekostet. Ich nenne meine Bezugsfirma hier nicht öffentlich aber gerne auf Nachfrage. Im Freigericht gibt es einen Energie-Stammtisch, der hochkompetent und ohne finanzielles Interesse berät.

Ich bin sicher, dass die Zukunft der Energiewende die dezentrale Energiegewinnung sein wird. Und außerdem ist es mein kleiner Beitrag zum Erhalt von Gottes Schöpfung, die uns anvertraut ist. Wir haben’s doch drauf! Nutzen wir die Möglichkeiten! 

Christoph Schilling 

Wächtersbach

 

Beeren unter Strom

FR 14.05.2022           Von: Jörg Staude

Auf landwirtschaftlichen Flächen mit Photovoltaik-Anlagen Ökoenergie erzeugen und die Biodiversität schützen: Das ist in den Niederlanden bereits verbreitet. Hierzulande soll die doppelte Nutzung von Flächen mit der EEG-Reform einfacher werden.

Bei Beeren seien die Erträge super, vergleichbar mit denen im Freiland, lobt Fabian Karthaus. Der Landwirt betreibt im ostwestfälischen Büren zwei Photovoltaik-Anlagen, die – einem Gewächshausdach ähnlich – jeweils einen halben Hektar überdecken. Darunter wachsen Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren.

Auch die Baywa Re aus München betreibt Photovoltaik-Anlagen, unter denen Beerenfrüchte reifen. Die meisten stehen aber noch in den Niederlanden, erzählt Daniel Hölder, bei dem Energiedienstleister für Politik und Märkte zuständig. Im Nachbarland passe bislang das Förderrecht für Agri-Photovoltaik besser, begründet Hölder die Standortwahl. Er hoffe, dass sich das mit der gerade im Bundestag debattierten EEG-Reform bessert.

Agri-PV

Mit dieser will die Ampelkoalition für Agri-Photovoltaik eine eigene Förderkategorie schaffen, ähnlich wie für große Solardach- oder Freiflächenanlagen. Denn bisher ist die doppelte Nutzung von Flächen für Agrar- und Stromerzeugung in Deutschland noch nicht über Test- und Pilotprojekte hinausgekommen.

Dabei stelle die Agri-Photovoltaik hierzulande eine „große Chance“ dar, sagt Anna Heimsath vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) auf einer Veranstaltung der Berliner Energietage. Schon mit einem Bruchteil der in Deutschland maximal installierbaren Agri-PV-Leistung von 1700 Gigawatt sei der für die Energiewende nötige Solarstrom-Ausbau zu schaffen.

Das große Potenzial rührt daher, dass Landwirtschaft und Solarstrom sich mannigfach kombinieren lassen. ISE-Forscherin Heimsath kann mindestens acht verschiedene Varianten auflisten, darunter aufgeständerte Anlagen, die den Acker in gewisser Weise überdachen, oder bodennahe Systeme, bei denen vor allem die Zwischenräume landwirtschaftlich genutzt werden. Denkbar sind auch vertikale Anlagen, die am Rand der Äcker, Wiesen oder Moore stehen.

Lebensräume für Tiere

Das Potenzial

Agrophotovoltaik (Agri-PV) hat laut dem Fraunhofer ISE in Freiburg die größten Solarstrom-Potenziale in Deutschland mit maximal möglichen 1700 Gigawatt. Es folgen Gebäude-Photovoltaik (1400), versiegelte Siedlungsflächen (134), geflutete ehemalige Tagebaue (55) sowie Verkehrsflächen an Straße (56) und Schiene (neun Gigawatt). Studien veranschlagen die für ein klimaneutrales Deutschland insgesamt nötige Solarstromkapazität auf 400 bis 600 Gigawatt. FR

Bei der Abschätzung des maximal möglichen Ausbaus gehen die Fachleute davon aus, dass nur zehn bis 15 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche durch die Photovoltaik-Technik belegt werden. Es müsse genügend Licht und Wasser zu den Pflanzen durchkommen, sagt Heimsath. Auch sollten die Erträge mit Photovoltaik bei mindestens zwei Dritteln des Referenzertrags ohne Solaranlagen liegen. Heimsath rät angesichts der möglichen Einsatzbreite, genau hinzuschauen, wo Agri-Photovoltaik besonders effektvoll nutzbar ist. Bei sinnvoller Anwendung sei sogar ein höherer landwirtschaftlicher Ertrag bei gleichzeitig geringerem Düngemitteleinsatz möglich. Beerenwirt Karthaus lobt jedenfalls die Verschattung der Beeren an heißen Tagen und den Hagelschutz durchs Solardach.

Für Klaus Müller vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung im brandenburgischen Müncheberg können mit Agri-Photovoltaik auch „wunderbare Lebensräume“ für Insekten, Amphibien und Vögel entstehen, wie er auf den Energietagen berichtet. Auch gegen die mit dem Klimawandel zunehmende Frühjahrstrockenheit könne die geschickte Doppelnutzung helfen. „Unsere Pflanzen könnten es schaffen, eine Woche länger ohne Wasser klarzukommen“, sagt Müller. Sogar gegen Winderosion könnten die Anlagen helfen.

„Deutschland könnte bei Agri-PV eine Vorreiterrolle einnehmen“, ist sich der Volkswirt sicher. Weil auf 85 bis 90 Prozent der Fläche weiter Landwirtschaft möglich ist, drohe hier auch nicht wie bei der Bioenergie ein „Tank oder Teller“-Konflikt.

Zugleich sieht Müller noch erheblichen Forschungsbedarf. Welche Kulturen eignen sich am besten für Agri-Photovoltaik, wie entwickeln sich die Erträge? Welche Flächen sollten tabu sein – nur Naturschutzgebiete oder auch Flächen in Landschaftsschutzgebieten? Ist Agri-PV nur etwas für Regionen mit relativ schlechten Böden oder auch für gute Böden?

Agri-PV-Anlage

Nur mäßig begeistert von der Agri-Photovoltaik zeigt sich auf den Energietagen Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband. In seinem Verband gebe es eine „muntere Diskussion“, inwieweit sich die Landwirte der Freiflächen-Photovoltaik – und dabei auch der Agri-PV – öffnen sollten. Die Bauern sähen es eigentlich lieber, stellt Hemmerling klar, wenn zunächst auf den Dächern in Stadt und Land alle solaren Register gezogen werden, bevor die Äcker drankommen.

Hemmerling verortet die Agri-Photovoltaik noch in der Phase des Ausprobierens. Klar sei bisher nur, dass sie mehr Geld koste als eine normale Freiflächenanlage, insofern müsse ein angemessener Förderzuschlag her. Auch verstünden die Bauern nicht, warum der Gesetzgeber Agri-PV auf Grünland ausschließen will. Das mache keinen Sinn.

Baywa-Re-Manager Hölder hält die immer öfter anzutreffende Gegenüberstellung – hier die „gute“ Agri-Photovoltaik und dort die eher problematische Freiflächen-Photovoltaik – für wenig hilfreich. So gebe es auch auf Freiflächen Schafbeweidung und Grünlandwirtschaft. Hier warnen aber andere Fachleute vor „Scheinkonzepten“, die den guten Ruf der Agri-PV ruinieren könnten.

Dass gegenwärtig in erster Linie Beeren unter Strom stehen, liegt für Max Trommsdorff vom Fraunhofer ISE vor allem in der nützlichen Verschattung, wenn die Solarstromanlagen wie Gewächshausdächer aufgeständert werden. Allerdings machten entsprechend geeignete Gartenbauflächen in Deutschland gerade mal zwei Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Aufgeständerte Lösungen seien für eher sonnenliebende Pflanzen wie Mais auch weniger geeignet, so Trommsdorf. Solche Kulturen böten allerdings ein deutlich größeres Flächenpotenzial.

 

Pressemitteilung GNZ – 28.2.2021

Vorschlag von People for Future - Stadt beteiligt sich am Ausbau von Photovoltaikanlagen
Gelnhausen - Wattbewerb ist nicht nur ein originelles Wortspiel, sondern auch der Name eines bundesweiten Umwelt-Wettbewerbs, an dem auch die Barbarossastadt seit Kurzem teilnimmt.
„Die Abendsonne neigt sich Richtung Horizont. In der Ferne ist die Skyline von Frankfurt zu erkennen. Viele Fenster der Meerholzer Häuser spielen mit dem orangenen Sonnenlicht. Der Kienitzblick am Steinbruch lässt das große Potential erkennen, das im Ausbau der Photovoltaik auf Dachflächen liegt. Nur wenige Gebäude sind mit Solarmodulen bestückt, viele aber werden folgen. Denn unser Bürgermeister hat die Barbarossastadt beim Wattbewerb angemeldet und den Startschuss für eine Solaroffensive gegeben.“
blickt Andreas Hlasseck, Sprecher der People for Future hoffnungsvoll in die Zukunft.
Die lokalen Vertreter von People for Future sind mit dem Vorschlag zur Teilnahme auf die Stadt zugekommen. Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner zeigte sich sofort aufgeschlossen und fügt hinzu: „Wettbewerbe wie dieser machen aufmerksam auf jene Themen, die auch im Klimaschutzbericht Gelnhausen beschrieben sind.“ Er habe den Vorschlag von People for Future gern aufgenommen, weil Gelnhausen in Sachen Photovoltaik jetzt schon auf einem guten Weg sehe, der aber natürlich noch verbessert werden kann, so der Rathauschef.

 

Wattbewerb

Der „Wattbewerb“ ist wie der Name schon sagt ein Wettbewerb. Die Stadt in Deutschland, die als ersteihre Solarstromleistung pro Kopf verdoppelt, gewinnt. „Damit Gelnhausen weit vorne landet oder sogar gewinnt, ist eine gemeinsame Kraftanstrengung nötig“, so Bürgermeister Daniel Christian Glöckner. Über 100 Städte in Deutschland nehmen bereits an dem „Wattbewerb“ teil, darunter Großstädte wie München, Düsseldorf und Dortmund, aber auch Darmstadt, Gießen oder Schwalbach am Taunus.
„Mit unserem Klimaschutzbericht auf der städtischen Webseite zeigen wir die Schritte zu einerklimaneutralen Kommune auf und werden dort auch auf den Wattbewerb hinweisen“, fügt der Rathauschef hinzu.
Unstrittig ist, dass Deutschland kräftig in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren muss, um das 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen.
„Aber auch regional profitieren sowohl Privathaushalte als auch die heimischen Unternehmen von günstig erzeugter Energie durch eine größere Unabhängigkeit von den großen Stromkonzernen. Außerdem wird unsere Landschaft weniger durch den sonst notwendigen Netzausbau belastet – wer wohnt schon gerne in direkter Nachbarschaft zu Überlandleitungen“, rundet Andreas Hlasseck, Sprecher der People for Future,
die gemeinsame Pressemitteilung der Gruppe und der Stadt ab.

Wattbewerb ist ein Wettbewerb für Städte und Gemeinden, bei dem es um den beschleunigten Ausbau von Photovoltaik geht. Unser Ziel ist es, die Energiewende in Deutschland durch exponentiellen Ausbau von Photovoltaik zu beschleunigen. Dies dient dem Erreichen des 1,5°C-Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens, das durch die gegenwärtig von der Politik getroffenen Klimaschutz-Maßnahmen nicht erreicht wird.
Für das Klimaziel muss die Energiewende zu 100% erneuerbaren Energien 2030 führen.

Der Start von Wattbewerb erfolgte am 21.2.2021 und eineTeilnahme ist auch nach dem ersten Geburtstag von Wattbewerb noch jederzeit möglich. Welche Gemeinde, welche Kleinstadt und welche Großstadt schafft den größten Zubau pro Kopf? Die erste Runde von Wattbewerb läuft, bis die erste Großstadt die installierte PV-Leistung je Einwohner*in verdoppelt hat. Für das Ziel von 100% erneuerbarer Energien bis 2030 liegt ein noch etwas längerer Weg vor uns.
Ob Einfamilienhäuser, große Mietshäuser oder Dächer auf gewerblich oder industriell genutzten Gebäuden: Sie alle bieten das Potenzial, das für die lokale Energiewende vor Ort
erschlossen werden muss.

Getragen wird Wattbewerb von Fossil Free Karlsruhe, Parents for Future Germany, Fridays for Future Deutschland und Scientists for Future Deutschland.

https://wattbewerb.de/

Infos zu PV

 

Grundsätzliches zu Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen)

Da man für eingespeisten Strom derzeit nur ca. 8 Cent/kWh bekommt (das war früher  deutlich mehr), aber etwa 30 Cent/kWh bezahlt, wenn man ihn einkauft, macht es am meisten Sinn, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen. Tagsüber, wenn Strom produziert wird, braucht man in der Regel nicht soviel Strom, eher morgens und abends. D.h. eine Batterie (Speicher) kann sinnvoll sein (sie sind derzeit aber noch recht teuer). Trotz Batterie muss man aber Strom zukaufen, völlig autark zu sein ist unrealistisch. Dafür bräuchte man eine zu große Batterie, die sich nicht rentiert und im Winter wird grundsätzlich nicht genügend Strom produziert.

Für eingespeisten Strom hat man vor Jahren deutlich mehr Geld bekommen. Derzeit liegt der Preis bei weniger als 8Cent/kWh und er sinkt jeden Monat um 0,1 Cent/kWh. Er wird für 20 Jahre festgeschrieben, sobald man einen Vertrag mit dem örtlichen Stromanbieter abschließt.

Als Daumenwert gilt: bei einer auf den eigenen Stromverbrauch ausgerichteten Anlage kann man etwa 30-40% des erzeugten Stroms direkt selbst verbrauchen, weitere 20-30% kann man speichern und später am Tag oder nachts verbrauchen und den Rest muss man zukaufen.

Wenn man den Platz dafür hat, ist es oft wirtschaftlicher, statt in einen derzeit noch recht teuren Speicher in eine größere Anlage mit mehr Modulen zu investieren.

Derzeit werden Lithium-Batterien verwendet, deren Produktion aus Umweltgesichtspunkten nicht unumstritten ist. Alternativ kann man einen Speicher auch später nachinstallieren. Dies könnte dann auch ein Wasserstoff-Speicher sein, der zudem effektiver sein dürfte als die herkömmlichen Lithium-Speicher.

Bei großen Stromverbrauchern (Elektro-Auto oder bei Kraft-Wärme-Kopplung der Heizung) sollte die PV-Anlage entsprechend größer dimensioniert werden. Eine Komplettversorgung dürfte aber schwierig werden. Für ein E-Auto ist eine Überschuss-gesteuerte Wallbox sinnvoll. D.h erst wenn überschüssiger Strom produziert wird, wird das E-Auto mit Strom versorgt, vorausgesetzt, das Auto wird tagsüber geladen.

Optimal sind Dachneigungen in Südausrichtung von 38 Grad für die Stromerzeugung. Neben einer Südausrichtung der einzelnen Module können auch eine reine Ostausrichtung oder eine kombinierte Ost- und Westausrichtung in Frage kommen. Vereinzelt sogar eine Nordausrichtung. Näheres hierzu unter https://developer-blog.net/wpcontent/uploads/2013/09/SolarertragNachAusrichtung.png.

Ein Hausdach hält in der Regel problemlos das Gewicht einer PV-Anlage, die Module wiegen je ca. 20 kg, daher werden sie auch auf Garagen und Carports gebaut. Für Fachwerkhäuser o.ä. sollte eine Prüfung durch einen Statiker erfolgen. Dies ist ansonsten in der Regel nicht notwendig.

Bei denkmalgeschützten Häusern ist eine Rücksprache mit dem Denkmalamt erforderlich.

Für PV-Anlagen ist keine Baugenehmigung erforderlich, auch nicht bei Carports.

PV-Module gibt es auch in transparent und können somit auf Glasdächer oder Wintergärten installiert werden.

Bei Neubauten können die PV-Module direkt in die Dachziegel integriert werden.

Zu einer PV-Anlage gehören außer den PV-Modulen ein Wechselrichter, der den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, eine Verkabelung von den Elementen zum Stromkasten und, wenn gewollt, ein Speicher. Außerdem muss im Stromkasten ein Zweirichtungszähler eingebaut werden, und je nach Alter des Stromkastens ist ein Umbau notwendig. Über einen Internetanschluss kann der erzeugte Strom auf einer App angezeigt werden.

Heute werden digitale Zähler eingebaut. Diese müssen für PV-Anlagen geeignet sein (Zweirichtungszähler), einfache digitale Zähler reichen nicht aus.

Die PV-Module gibt es in unterschiedlicher Qualität, die Teureren sind effektiver in der Stromerzeugung. Sie haben immer eine Größe von etwa 1 m x 1,65-1,75 m und können senkrecht oder waagerecht montiert werden.

Für die Montage wird immer eine Unterkonstruktion benötigt. Bei einem Flachdach wird eine zusätzliche Neigung eingebaut.

Eine Reinigung der Elemente ist in der Regel nicht notwendig, höchstens bei einerNeigung unter 15 Grad.

Finanzielles

Ein Modul produziert eine Leistung von 300 – 380 Watt – je nach Modell bzw. Qualität. Ein 3-Personenhaushalt benötigt oftmals eine Spitzenleistung von 3,6 Kilowattpeak (kWp). Hierfür werden je nach Modell im Prinzip nur 10-12 Module benötigt. Um im Winter eine Grundversorgung zu sichern, machen mehr Module jedoch Sinn.

Die Kosten für 1 kWp sollten nicht viel mehr als 1.500 Euro (inklusive Installation) betragen. Bei größeren Anlagen reduziert sich dieser Betrag deutlich.

Man kann kaufen oder mieten.

Beim Mieten sind alle Zusatzkosten wie Aufbau, Wartung usw. inklusive.

Mieten ist in der Regel finanziell ungünstiger als Kaufen, dafür wird kein Eigenkapital oder Kredit benötigt. Wenn jedoch ein Kredit zur Finanzierung eines Kaufs benötigt wird, sollte man beide Varianten durchrechnen lassen.

Bei den Kreiswerken Main-Kinzig kann man nur mieten (Programm Sonnendach).

Eine staatliche Förderung gibt es in Hessen derzeit nur für Neubauten. Generell können auch andere Stellen (Bund, Kommunen) Förderprogramme auflegen. Hierzu sollten sich auch die Anbieter von PV-Anlagen auskennen.

Man sollte die PV-Anlage versichern, z.B. über die Gebäudeversicherung. Bei neueren Versicherungen kann eine PV-Anlage schon inklusive sein.

Für die Montage auf dem Hausdach wird ein Gerüst benötigt, deren Kosten einzuplanen sind. Bei einer Garage oder einem Carport ist nur ein Podest erforderlich, das deutlich kostengünstiger ist.

Eine Alternative bei ganz wenig Platz kann eine Mini-Anlage mit 2 Modulen sein, sie kann auch auf dem Balkon installiert werden („Balkonkraftwerk“). Sie kann 50,100 Euro pro Jahr an Stromkosten sparen. Sie kostet in der Regel 500-700 Euro plus Kosten für den Elektro-Anschluss. Sie kann selbst montiert werden, es ist aber auch hier ein Austausch des Zählers notwendig, der von einem Fachunternehmen (Solateur) durchgeführt werden muss.

Organisatorisches

• Wenn man Strom ins öffentliche Netz einspeist, wird man Unternehmer. Ein Gewerbe muss man aber nur anmelden, wenn die Anlage größer als 10 kWp ist. Dies gilt zumindest für das Finanzamt Gelnhausen.

Bei der Handhabung der Mehrwertsteuer (MwSt) kann man zwischen 2 Optionen wählen:

1. als Gewerbe (ohne Gewerbeanmeldung) – hier muss man die MwSt, die man
beim Verkauf vom Stromanbieter erhält, ans Finanzamt weiterreichen. Dafür ist im 1. Jahr alle 3 Monate eine Vorsteueranmeldung beim Finanzamt erforderlich, danach einmal im Jahr. Vorteil: man erhält die MwSt der Anschaffungskosten zurück.
2. Oder man wählt die Kleinunternehmerregelung (die man z.B. auch als
Freiberufler nutzt). Dann ist man von der MwSt befreit, d.h. man erhält sie erst gar
nicht vom Energieversorger. Die MwSt der Anschaffungskosten bekommt man nicht
erstattet. Dies kann bei kleinen Anlagen die bessere Alternative sein.

Der Weg zur PV-Anlage

1. Sich informieren:
Einen guten Überblick gibt die PV-Broschüre „Solarstrom für alle“ des Landes Hessen unter
https://www.energieland.hessen.de/dynasite.cfm?dsmid=500387
Im Solar-Kataster Hessen unter
https:/ /www.energieland.hessen.de/solar-kataster bekommt man eine Einschätzung, wie hoch das Potential der eigenen Dachfläche für eine PVAnlage ist. Dort gibt es auch einen Wirtschaftlichkeitsrechner.
Und wer es auch technischer und ausführlicher mag:
https://www.photovoltaikforum.com/wissen/
2. Mehrere Anbieter anzufragen lohnt sich. Die Preise variieren durchaus. Manche
Angebote lassen mehrere Wochen auf sich warten. Und manche Anbieter bieten
nur noch Anlagen mit Speicher an. Ein seriöses Angebot sollte auch eine
Wirtschaftlichkeitsberechnung beinhalten.
3. Finanzierung klären, Anbieter auswählen und beauftragen. Die Anmeldung und
Korrespondenz zum örtlichen Energieversorger sollte der Anbieter übernehmen.
4. Versicherung abschließen
5. Anmeldung beim Finanzamt
6. Anmeldung bei der Bundesnetzagentur
7. Die Installation und Inbetriebnahme der Anlage erfolgt in der Regel 6-10 Wochen
nach Auftragserteilung.

 

 

Bericht Klimaschutzmanagement – viele Fragen bleiben unbeantwortet! 

Am 18.12.2019 wurde vom Bürgermeister Daniel Glöckner im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung der Bericht „Klimaschutzmanagement“ vorgestellt. Dieser bezieht sich auf das sehr detaillierte und gut ausgearbeitete Klimaschutzkonzept der Stadt Gelnhausen aus dem Jahr 2013. Im Bericht zum Klimaschutzkonzept soll über die umfangreichen Aktivitäten des Klimaschutzmanagers, den Stand der erzielten Ergebnisse und der angestoßenen Maßnahmen informiert werden. Wir sind sehr froh über die Bestrebungen des Bürgermeisters und der Stadt Gelnhausen in Sachen Klimaschutz aktiv zu sein und die bereits gestarteten Aktivitäten. Wir plädieren dafür diese zu intensivieren und weitere Schritte zu gehen. Die bisherigen Maßnahmen sind aus unserer Sicht nicht ausreichend, um die selbstgesteckten Ziele Gelnhausens zu erreichen.

Im Bericht „Klimaschutzmanagement“ wird nur ein Bruchteil der 57 Maßnahmen angesprochen. „Müssen wir davon ausgehen, dass die nicht thematisierten Punkte innerhalb der vergangenen sechs Jahre gar nicht erst bearbeitet wurden?“ hinterfragt Clara vom Endt, die Sprecherin der Fridays for Future Gelnhausen. Das würde bedeuten, dass gerade einmal ein Drittel der erarbeiteten Handlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen wurden. Umgesetzt bzw. in Umsetzung befindlich sind demnach gerade einmal 14 Maßnahmen, also gut 25 %. Fraglich ist zudem, wie das zu Beginn des Berichts bekräftigte CO2-Emissionsziel von 5 Tonnen pro Einwohner im Jahr 2023 erreicht werden soll. Dafür ist auch ein transparentes Monitoring über die bislang eingesparten CO2-Emissionen essentiell.

People for Future Gelnhausen arbeitet in einer eigenen Arbeitsgruppe an der Analyse und Bewertung des Klimaschutzkonzeptes. „Auf dieser Basis möchten wir Impulse für eine Weiterentwicklung des Konzeptes geben“, erläutert Marjorie Vannieu, Mitinitiatorin der Ortsgruppe. “Die Anpassung unserer Stadt an die Folgen der Klimaerhitzung liegt uns dabei besonders am Herzen, da Gesundheit und Wohlergehen von uns allen davon betroffen sind. Sogenannte „cool spots“ sind dafür zwingend erforderlich, entsprechend gespannt sind wir auf eine Stellungnahme zur Maßnahme A-17.“ Andreas Hlasseck, Sprecher der Ortsgruppe, schlägt darüber hinaus vor in Gelnhausen eine Zukunftskonferenz zu veranstalten: „In dieser Form der Bürgerbeteiligung entwickeln Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen Visionen wie ihre Stadt/Kommune im Jahr X aussehen könnte. Lasst uns nicht gegen etwas, sondern gemeinsam für etwas kämpfen!“ Für diejenigen, die nicht die Zeit haben, sich durch zahlreiche Seiten von Konzepten und Berichten zu kämpfen, findet sich hier grafisch und textlich aufgearbeitet der Umsetzungsstand des Klimaschutzkonzepts Gelnhausen. „Mit dieser ehrenamtlichen Aufbereitung und Auseinandersetzung mit dem Klimaschutzkonzept wollen wir einen konstruktiven Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele in Gelnhausen leisten.“ stellt Manuel Pieke klar, Mitglied der AG Klimaschutzkonzept. „Auf unserer Homepage haben wir außerdem Fragen veröffentlicht, die sich aus dem Bericht ‚Klimaschutzmanagement‘ ergeben. Diese haben wir bereits per E-Mail an unseren Bürgermeister mit Bitte um Stellungnahme übersendet. Wir sind nicht daran interessiert mit diesem Fragenkatalog Vorwürfe zu formulieren, sondern verfolgen das Ziel der Transparenz in Sachen Klimaschutz der Stadt Gelnhausen und einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit.“ Zukunft kann nur gemeinsam gestaltet werden, von Politikern, Unternehmern und von Bürgern, die sich ihrer Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder bewusst sind. Dank dem ehrenamtlichen Engagement seiner Mitstreiter packt People for Future Gelnhausen lokal globale Herausforderungen an und lädt alle Menschen ein, die ihre Zukunft nicht einfach anderen überlassen möchten. Beteiligungsmöglichkeiten gibt es viele, zu finden sind sie unter gelnhausen@parentsforfuture.de

 

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