P4F Klimaprüfsteine: Antworten von Lars Fassmann, parteilos

P4F Chemnitz • 1 September 2020
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P4F Klimaprüfsteine: Antworten von Lars Fassmann, parteilos

 

1) Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist eine ernsthafte Bedrohung, die bei allen politischen Entscheidungen vorrangig zu berücksichtigen ist.

Ja

Es gibt keinen Grund, nichts zu tun, nur weil andere nichts tun.

2Die Stadt steigt 2023 aus der Braunkohlenutzung aus und verringert ihren, auf Einwohner umgerechneten CO2-Fußabdruck von ca. 7 t pro Jahr auf weniger als 4,4 t bis 2030. Ziel sind nachhaltige 2 t.

Ja

Setzt voraus, dass bis dahin die als Zwischentechnologie geplanten Gaskraftwerke 2023 betriebsbereit sind und wie die Ausstiegsklauseln bzw. Endtermine für Lieferverträge aussehen. Allein mit erneuerbaren Energien ist der derzeit benötigte winterliche Fernwärmebedarf nicht zu decken.

3) Bis wann streben Sie für Chemnitz CO2-Neutralität an? Iwelchen Sektoren wollen Sie die Reduzierung der CO2-Emission vorantreiben? Mit welchen Maßnahmen?

2035.

  • Gebäude: Rentabilität erneuerbarer Energie für Immobilienbesitzer darstellen/aktive Beratung, Zisternen, Konsum: konsequente Schritte zu Kreislaufwirtschaft, Abfallsortieranlage
  • Energie: Wind, Solar, Biogas, Holzvergasung, Vergasung von Restmüll (falls noch welcher übrigbleibt) in Zusammenarbeit mit dem Umland
  • Digitalisierung insbes. zur Vermeidung/Optimierung von Wegen (auch Logistik), Förderung von Nahkauf/lokale Wirtschaftskreisläufe
  • Ernährung: Köchen das leckere Zubereiten von Pflanzen lernen

4) Wie möchten Sie die Energieeffizienz der Stadtverwaltung verbessern?

Digitalisierung von Kommunikationsprozessen und Möglichkeit von Home Office, Fahrgemeinschaften/ÖPNVNutzung/ E-Bike-Leasing für Mitarbeiter:innen, Carsharing, Videokonferenz statt Behördenbesuch, Reduzierung Flächennutzung, energieeffiziente Gebäudetechnik

5) Was wollen Sie unternehmen, dass bei der weiteren Stadtentwicklung Nachhaltigkeit integriert wird? Es geht um die ökologische, soziale und ökonomische Zukunftsfähigkeit.

Bei konsequenter Ausschöpfung der Förderungen und breiter Anwendung ist ökologische Nachhaltigkeit auch auf Stadtebene ökonomisch darstellbar und kann damit auch sozial verträglich gestaltet werden. In Chemnitz besteht eine gute Chance zur Entwicklung von Wasserstofftechnologie (auch für Gebäudeanwendungen) nebst Ausgründungen von Startups. Ebenso sehe ich großes Potential für selbstfahrende Fahrzeuge, da diese die Vorteile von Carsharing, ÖPNV und individueller Mobilität verbinden. Auch hier ist wirtschaftliches Potential.

6) Was werden Sie tun, dass nachhaltige Fortbewegungen wie zu Fuß gehen, Rad fahren, ÖPNV-Nutzung und alternative Mobilitätskonzepte gestärkt werden?

Selbst weiter mit positivem Beispiel voran gehen/fahren und das entsprechend kommunizieren. Beim schlecht ausgelasteten ÖPNV ist dringend die Gewinnung neuer Kunden aus dem Bereich der Autofahrer notwendig, das geht aber nur mit einem passenden Angebot an Linien/Takt/Geschwindigkeit und unter Berücksichtigung kommender selbstfahrender Elektrofahrzeuge verschiedener Größenklassen. Beim Carsharing muss die Stadt und städtische Tochtergesellschaften als Kunden eine Grund-Wirtschaftlichkeit sichern.

7) Wie werden Sie der Stadtnatur helfen, beispielsweise den Stadtbäumen, dem Stadtwald, Feuchtbiotopen, unnötig trockengelegten Flächen, sowie der Stadtfauna, etwa den Insekten, der Grundlage aller tierischen Nahrungspyramiden?

Versiegelte Flächen zurückbauen, Regenwasser in Zisternen und Boden leiten statt in die Kanalisation, natürliche Gestaltung von Grünflächen als echte Wildblumenwiesen

8) Welche Vorstellungen haben Sie, das nötige Wissen über die Erdsystemkrise zu vermitteln, damit Entscheider klimagerecht handelnWie wollen Sie dieses Wissen in kommunalen Bildungseinrichtungen, z.B. Schulen fördern?

Weg von teilweise zu hysterischer Kommunikation hin zu zielgruppenspezifischer wirtschaftlicher Kommunikation, die Mitmachen und Mitdenken statt Ablehnung erzeugt. Künstlerische, spielerische und digitale Vermittlung, immerhin mangelt es derzeit in Bildungseinrichtungen an modernen digitalen Inhalten und Lehrkräften, während die Kreativen gerade durch Corona teilweise keine Arbeit haben.

 

Illustration: Wahlplakat "Wir Bürger meistern das" von Lars Fassmann

Wahlplakat "Wir Bürger meistern das" von Lars Fassmann

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