P4F Klimaprüfsteine: Antworten von Matthias Eberlein, Freie Wähler

P4F Chemnitz • 1 September 2020
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P4F Klimaprüfsteine: Antworten von Matthias Eberlein, Freie Wähler


Hinweis

Die Antworten von Hrn. Eberlein auf die Prüfsteine 1 und 2 stehen - speziell was Klimawandel und CO2 Reduktion betrifft - in Widerspruch zu den Leitlinien der "Freien Wähler Sachsen". Dort heißt es

Die Bewahrung bzw. die Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen gehört zu unserer umweltbewussten Überzeugung .... Zentrales Thema für die Umwelt ist derzeit der Klimawandel, der nach wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen mehr denn je vom Menschen beeinflusst wird. Deshalb ist verstärkter Klimaschutz das Gebot der Stunde. Insbesondere muss der Ausstoß des schädlichen Treibhausgases CO2 drastisch reduziert werden. In diesem Sinne sprechen wir FREIEN WÄHLER SACHSEN uns für alle möglichen und sinnvollen Maßnahmen aus, z.B. für Energieeinsparung im Bereich der privaten und öffentlichen Gebäude, der Wirtschaft und im Verkehr.

Quelle: https://www.freiewaehler-sachsen.de/informationen/sachsen/leitlinien 


1) Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist eine ernsthafte Bedrohung, die bei allen politischen Entscheidungen vorrangig zu berücksichtigen ist.

Nein

Der Klimawandel findet statt und die Aufgabe einer Kommune ist es, sich daran anzupassen. Panik ist nicht notwendig, da die Klimageschichte der letzten 10000 Jahre zeigt, daß zum Teil wesentlich wärmeres Klima nicht etwa zum Verderben der Menschheit, sondern zu deren Aufblühen geführt hat. Das bekannteste Beispiel ist das römische Klimaoptimum vom ersten vorchristlichen bis zum zweiten Jahrhundert. Auch sollten wir uns an Städten orientieren, die heute schon das Klima haben, welches wir erst bekommen werden und aus deren Erfahrungen, Erfolgen aber auch Misserfolgen lernen.

2) Die Stadt steigt 2023 aus der Braunkohlenutzung aus und verringert ihren, auf Einwohner umgerechneten CO2-Fußabdruck von ca. 7 t pro Jahr auf weniger als 4,4 t bis 2030. Ziel sind nachhaltige 2 t.

Nein

Eine weitere Reduzierung würde unter den heutigen wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen zu drastischen Einschnitten in der Lebensführung der meisten Menschen führen. Ein solches Ziel wäre nur durch konsequenten Verzicht auf z.B. Verbrennungsmotoren und Flugreisen sowie einer weitgehend veganen Ernährung möglich. Ich halte dies für überzogen und auch der Mehrheit der Bevölkerung nicht vermittelbar.

3) Bis wann streben Sie für Chemnitz CO2-Neutralität an? In welchen Sektoren wollen Sie die Reduzierung der CO2-Emission vorantreiben? Mit welchen Maßnahmen?

Ich strebe dieses Ziel nicht an, da es meiner Meinung nach mit erheblichen negativen Effekten für sozial Schwache und auch die Chemnitzer Wirtschaft verbunden wäre.

4) Wie möchten Sie die Energieeffizienz der Stadtverwaltung verbessern?

Diese Thema ist sehr komplex und muß Fachleuten überlassen werden, die entsprechende Massnahmen vorschlagen. Ich halte das Thema aber für so wichtig, dass die Vorschläge auch zügig umgesetzt werden sollten.

5) Was wollen Sie unternehmen, dass bei der weiteren Stadtentwicklung Nachhaltigkeit integriert wird? Es geht um die ökologische, soziale und ökonomische Zukunftsfähigkeit.

Verbesserung der Nachhaltigkeit durch:

  • Müllvermeidung
  • verbessertes Wassermanagement um die vermehrten Dürren und Starkniederschläge bewältigen zu können
  • Offenlegung von Bachläufen und Schaffung von neuen Parks z.B. entlang der Gablenzbaches/ Augustusburger Straße
  • Vernetzung von Biotopen

6) Was werden Sie tun, dass nachhaltige Fortbewegungen wie zu Fuß gehen, Rad fahren, ÖPNV-Nutzung und alternative Mobilitätskonzepte gestärkt werden?

Ich setzte sehr auf ein Smart-City-Konzept über welches es möglich wäre, die Wege, die die Einwohner zurücklegen, laufend zu analysieren, um auf dieser Basis optimierte Angebote erstellen zu können.

7) Wie werden Sie der Stadtnatur helfen, beispielsweise den Stadtbäumen, dem Stadtwald, Feuchtbiotopen, unnötig trockengelegten Flächen, sowie der Stadtfauna, etwa den Insekten, der Grundlage aller tierischen Nahrungspyramiden?

Ohne eine fachkundige und permanente Pflege ist es nicht möglich, eine wesentliche Verbesserung der jetzigen Situation herbeizuführen. Dazu ist es zwingend, das Grünflächenamt massiv personell und finanziell besser zu stellen. Ich denke an eine mindestens Verdoppelung, um die in den letzten Jahrzehnten aufgestauten Defizite angehen zu können und die o.g. Ziele oder Zustände zu erreichen bzw. zu verbessern.

8) Welche Vorstellungen haben Sie, das nötige Wissen über die Erdsystemkrise zu vermitteln, damit Entscheider klimagerecht handeln? Wie wollen Sie dieses Wissen in kommunalen Bildungseinrichtungen, z.B. Schulen fördern?

Ohne profundes naturwissenschaftliches Wissen ist es unmöglich, die komplexen Vorgänge des Erdklimas auch nur ansatzweise zu begreifen und sich eine Meinung dazu bilden zu können. Es wäre schon gut, könnten wir das jetzige Niveau wenigstens halten. Für die Grundschulen möchte ich wieder flächendeckend Schulgärten einführen.

 

Illustration: Wahlplakat "Politik mit Sachverstand" von Matthias Eberlein

Wahlplakat Matthias Eberlein "Politik mit Sachverstand""

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