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Offener Brief Hessen

Zeigt dem hessischen Kultusminister Prof.Dr. Lorz, was ihr von seiner Prioritätensetzung haltet

Der Hessische Kultusminister Prof. Dr. Lorz hat streikenden Schüler*innen Bußgelder angedroht. Dies geschah in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP zu „Fridays for Future“. Der Kultusminister begründet seine Haltung absurder Weise mit einem Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahre 1973

Die FFF OG Wiesbaden hat einen Offenen Brief formuliert, den wir als Parents for Future gerne unterstützen und hier dokumentieren:

Sehr geehrter Prof. Dr. Lorz,

mit Staunen haben wir die Berichterstattung zur Antwort Ihres Ministeriums auf eine Kleine An-frage der FDP-Fraktion betreffend „Fridays for Future“ zur Kenntnis genommen. Insbesondere hat uns verstört, dass sie Bußgelder für Schüler*innen ins Gespräch bringen, die sich für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommen einsetzen.

Sie drängen darauf, die Schulpflicht konsequent durchzusetzen. Dies begründen Sie mit einem Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahre 1973. Dabei lassen Sie völlig außer Acht, dass dieser Beschluss nicht in Anbetracht einer Klimakrise gefasst wurde, die unser aller Existenz bedroht. Seit 1973 hat sich die Situation katastrophal verschlimmert: Die energiebedingten Kohlenstoffdioxidemissionen haben sich nahezu verdoppelt; die Konzentration von CO2 in der Erdatmosphäre ist rasant gestiegen. Das Ökosystem gerät aus den Fugen.

Es besteht kein Zweifel daran, dass der grenzenlose Wachstumswahn des Menschen zu einer Überhitzung des Ökosystems Erde führt. Aus diesem Grund haben sich 197 Staaten auf das Pariser Klimaabkommen geeinigt.

Sobald die Bundes- und Landesregierungen Maßnahmen ergreifen, die realistisch dazu führen, dass das 1,5-Grad-Ziel erreicht wird, können wir unsere Streiks beenden.

Bei der gegenwärtigen Politik der Bundes- wie auch der Hessischen Landesregierung wird Deutschland seine Verpflichtungen nicht einhalten können.

Mit Ihrer Antwort versuchen Sie, davon abzulenken, dass auch die Hessische Landesregierung bei weitem nicht genug für den Klimaschutz tut. Sie lenken — erneut — den Fokus auf das Thema Schulpflicht. Anstatt sich um unsere Bildung zu sorgen und uns vorzuwerfen, wir würden dem tradierten Recht auf Bildung schaden, sollte sich die Hessische Landesregierung um eine effektive gesetzliche Implementierung des Klimaschutz bemühen.

Wir werden uns von Ihrer Drohung, Bußgelder auferlegt zu bekommen, nicht einschüchtern lassen. Denn es geht um unser Leben, unsere Zukunft. Es geht um Millionen von Arten. Unsere Erde steht auf dem Spiel.

Mit freundlichen Grüßen
Fridays for Future Ortsgruppe Wiesbaden und Unterstützer*innen