Unsere Reden

Vera S. • 13 Juli 2019

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Rede von Nathalie vor dem Umweltausschuss der Stadt Frankfurt

"Guten Tag,

ich bin hier in Frankfurt als Wissenschaftlerin ausgebildet und habe mir dann vorgenommen meine drei Töchter zu Menschen zu erziehen, die wissenschaftliche Fakten von Lügen unterscheiden können und als Menschen ethisch handeln können. Das hat ganz gut geklappt. Als meine älteste Tochter vor elf Jahren, da war sie 14, in der Schule eine Jahresarbeit zum Thema Klimawandel gemacht hat, hat mich das, was da stand, komplett erschreckt. Und hab dann auch im Internet recherchiert, ob das wahr ist, was da stand und meine Tochter hatte Recht. Das war damals schon, vor 11 Jahren, alles schon von namhaften Wissenschaftlern bestätigt (Applaus).
Ich fange an zu zweifeln an der Politik, das ist ja klar, wenn die Politik nicht in der Lage ist, die Fakten aus dem Internet zu recherchieren, die ein elfjähriges Mädchen finden kann, das nicht geübt ist.(Applaus)
Meine Tochter hat inzwischen Klimawissenschaft an der Universität von Amsterdam studiert. Dabei geht es nicht nur um Theorie, sondern auch darum: Wie kann man den Klimawandel lösen, Future Planet Science. Daher weiß ich, das wir die Lösungen längst haben. Wir haben die Lösungen.
Die Lösungen sind nicht bequem. Die Lösung ist nicht, den Flughafen auszubauen. Die Lösung ist nicht, die Grüne Lunge zuzubetonieren. Die Lösung ist nicht, noch mehr Autos in die Stadt zu holen. (Applaus)
Die Lösung ist auch nicht das Heizkraftwerk West, das immer noch Co2 in die Luft ausstößt. Wenn Sie nicht in der Lage sind, dem Stand der Wissenschaft zu folgen, dann laden Sie die jungen Wissenschaftler aus den Universitäten ein, die das wissen. Hören Sie diesen Schülern hier zu, die wissen mehr als Sie alle zusammen scheinbar! (anhaltender Applaus)
Ich bin eine Frau, die gern Oma werden möchte, wenn mir meine Töchter erzählen.... meine Tochter hat mit gerade erzählt, dass sie nächstes Jahr heiraten wird... ich wusste nicht, ob mich freuen oder heulen sollte, wenn ich denke, dass Sie Kinder kriegt. Ich weiß nicht, ob ich ihr das raten soll. Ich schlafe auch ganz schlecht, weil ich mir solche Sorgen mache. Wenn Sie sich solche Sorgen machen würden wie wir alle, dann würden Sie nicht auf die Idee kommen, drei Monate Ferien zu machen oder zu vertagen, während diese Schüler aus der Schule gehen, weil sie die Dringlichkeit erkannt haben.
(Applaus)
Wir befinden uns in einer Notlage, in einer existentiellen Krise. Es ist doch wie in einem Katastrophenfilm, wo die Wissenschaftler sagen, wenn wir jetzt nichts machen, dann werden Tiere, sogar Menschen, sterben. Sie kennen doch diese Katastrophenfilme, da wird dann immer noch rechtzeitig gehandelt, erst glaubt den Leuten keiner, aber irgendwann kommt Aktion. Jetzt ist dieser Moment, wenn wir jetzt nichts tun, dann ist es zu spät. (Applaus)

Ich bin hier auch als Mitglied von Transition Town, einer Vereinigung, die seit vielen Jahren hier in der Stadt Klimaschutz machen, ehrenamtlich mit vielen Leute und vielen andern Organisationen und wir sehen, dass diese Stadt nicht mitmacht, nicht in dem Maß, in dem sie mitmachen könnte. Täglich rede ich mit Leute, die ankommen, Bürger, die besorgt sind. Sie hören das vielleicht nicht, aber die Bürger kommen mit besorgten Fragen zu uns: Was können wir tun, Mikropastik, Klimawandel und so weiter. Es ist nicht so, dass die Bevölkerung kein Interesse hätte am Thema. Und ich bin hier auch noch als Mitglied von Earth Protectors, gegründet von der wundervollen Anwältin Polly Higgins. Wir versuchen, alle können Mitglied werden, wir versuchen, den Ökozid, den Völkermord durch Umweltzerstörung, vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen und strafbar zu stellen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das klappen wird. (Applaus)

Und ich bin keine Juristin, und kann es nicht beurteilen, aber ich vermute, dass jeder, der im Moment nicht handelt, und nicht aktiv wird, und nicht das tut, was getan werden muss, dass jeder, der das nicht tut, mit strafbar ist. Ich bin keine Anwältin ich kanns nur vermuten.

Ich möchte Sie bitten, heute Nacht, wenn wir alle schlaflose Nächte haben, wenn die Mädchen nicht mehr wissen, ob sie noch Kinder kriegen können, und Jungs auch, dann legen sie sich heute Abend mal hin und lassen sich das durch den Kopf gehen, was wir hier sagen. Und überlegen Sie, ob Sie nicht handeln müssen .
Sie können hinterher nicht sagen: Sie haben es nicht gewusst. Das Argument zieht nicht mehr."
(Anhaltender Applaus)